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Die Reise

Die Vorbereitungen

Wir waren total überrascht, als wir im Februar 2002 erfuhren, dass wir Ende November 2002 einen Termin für eine Delphintherapie für Christian in Key Largo/Florida bekommen haben. Diesen Termin haben wir den Bemühungen von Herrn Hildebrand, ebenfalls betroffener Vater eines Jungen der sich auch vor nicht allzu langer Zeit im Wachkoma befand und Dolphin aid e.V. zu verdanken. Der Abreisetermin war noch so unendlich weit weg. Aber die ersten Formulare mussten schon ausgefüllt werden, und vor allen Dingen die Finanzierung musste klargestellt werden. An dieser Stelle möchten wir unseren Eltern und guten Freunden danken, die uns Dank ihrer finanziellen Unterstützung die Reise erst möglich gemacht haben. Alle ausgefüllten Formulare haben wir dann zu Dolphin aid e.V. nach Düsseldorf geschickt. 14 Tage vor dem Abflug bekamen wir dann auch unsere Tickets zugeschickt. Auf den ersten Blick schien auch alles zu stimmen. Da wir aber sehr neugierig waren, auf welchen Plätzen wir im Flugzeug sitzen, haben wir uns einen Sitzbelegungsplan für das eingesetzte Flugzeug einer Boeing 747-200 aus dem Internet beschafft. Leider mussten wir dann feststellen, dass Christian völlig alleine an der Gangreihe gesessen hätte und wir eine Reihe weiter vorne in der Mittelreihe. Das war für Christian unzumutbar. Wir riefen bei der Lufthansa an, um die Plätze umbuchen zu lassen. Und wir hatten Glück im Unglück. Wir hatten eine sehr kompetente Mitarbeiterin der Lufthansa, Frau Schubert am Telefon, die versprach, sich sofort darum zu kümmern. Sie rief uns am darauffolgenden Abend am und sagte uns, dass noch weitere Probleme aufgetaucht wären. So bräuchten wir noch eine ärztliche Unbedenklichkeits-bescheinigung, die der Lufthansaarzt bestätigen muß. Außerdem seien die Formulare für den Transport schwerstbehinderter Passagiere nicht eingereicht worden und somit wäre der Mitflug von Christian unmöglich. Das hätte bedeutet, dass wir in Frankfurt keine Sanitäter zur Verfügung gehabt hätten, die Christian nach der Landung in Frankfurt und zum Flug nach Miami ins Flugzeug transportiert hätten. Auch Christians Rollstuhl hätte uns nicht zur Verfügung gestanden. Frau Schubert faxte uns sogleich die notwendigen Formulare für den Lufthansarzt zu, die am darauffolgenden Tag unser Hausarzt ausfüllte und die wir sofort nach Leipzig faxten. Als wir uns bei Frau x. vom y Reisebüro aus Düsseldorf (volle Namen sind der Redaktion bekannt ), daraufhin erkundigten, was bei der Buchung schief gelaufen ist, meinte sie sehr lapidar , wir seien an der entstandene Situation selber schuld, wir hätten niemals bei der Lufthansa anrufen dürfen, wir hätten nur „schlafende Hunde“ geweckt. Die Lufthansa hätte uns auf jedem Fall mitgenommen. Auf unseren Einwand, dass wir auf keinem Fall mitgekommen wären, meinte sie, dass dies bestimmt nicht passiert wäre, sie hätte schon in diesem Jahr für über 200 Familien die Reise nach Amerika organisiert und nirgends hätte es so viel Ärger gegeben, wie bei uns. Wir saßen wie auf Kohlen, da wir ohne Bestätigung für Christians Rollstuhl und ohne Genehmigung des Lufthansaarztes den Flug und somit auch die Therapie vergessen konnten und der Abreisetermin immer näher rückte. Endlose nervenaufreibende Telefonate waren die Folge. Der Lufthansa Flugarzt, Herr Dr. Reinhold, gab letztendlich seine Genehmigung. Hier möchten wir uns noch einmal bei Frau Schubert und ihrem Team sowie bei Herrn Dr. Reinhold und dem gesamten Betreuungsdienst der Lufthansa bedanken. Ihnen haben wir zu verdanken, dass wir letztendlich doch mitfliegen konnten und das alles super geklappt hat.


Der Hinflug

Start der Maschine (AVRO RJ85 Avroliner) von Leipzig nach Frankfurt Flugnummer UA 3683 am 29.11.2002 08.05 Uhr

Start der Maschine (Boeing 747-200) von Frankfurt nach Miami Flugnummer UA 3525 am 29.11.2002 09.55 Uhr

Jens Hildebrand mit seiner Familie holte uns am 29.11.02 4.30 Uhr ab. Aufgrund der vielen Gepäckstücke, hatten wir Bedenken, dass wir gar nicht in den Bus passen.

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Stephanie mit einem großen Teil unseres Gepäcks

Aber diese Sorge war unbegründet. Der bestellte Bus war groß genug, dass alle Passagiere und das Gepäck (insgesamt 40 Stücke) genügend Platz fanden. Gegen 6.15 Uhr kamen wir in Leipzig an. 08.05 Uhr MEZ sollte unsere Maschine in Leipzig starten. Christian hatte auf der Fahrt nach Leipzig fast nur geweint. Angekommen in Leipzig kümmerte sich sofort wieder Frau Schubert um uns.


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Leipzig am Airport


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Frau Schubert Lufthansa


Sie erklärte uns die weitere Vorgehensweise. Christian, Ralph, Manuela, Lukas und ich wurden dann pünktlich von einem Auto abgeholt und über das Rollfeld zum Flugzeug gebracht. Christian wurde in einen bordeigenen Rolli umgesetzt und in das Flugzeug getragen. Leider hatte Christian auf den uns zugewiesenen Plätzen keinen Platz, da er aufgrund der Versteifung seines linken Knies seine Beine nicht einknicken kann. Also wurde Christian wieder umgesetzt. Christian weinte dabei sehr. Dann durften die anderen Passagiere zusteigen. Christian beruhigte sich dann und schlief ein. Die Durchsage des Kapitäns, kurz vor Frankfurt, dass wir nicht pünktlich landen können, da Nebel sei, versetzte uns in Panik. Als dann endlich die Landegenehmigung kam, war es schon kurz vor halb 10.

Wir haben es noch geschafft. Der Anschlussflug nach Miami hatte auf uns gewartet, obwohl wir erst 10.15 Uhr im Flugzeug waren. Hier gilt unser größter Dank wieder der Lufthansa. Die Sanitäter waren pünktlich zur Stelle und das Bodenpersonal hat uns zu unserem Anschlussflug begleitet (ist mit gerannt). Wieder mussten wir durch sämtliche Kontrollen, selbst Christian wurde abgetastet. Dann wurde Christian wieder in einen bordeigenen Rollstuhl gesetzt und in die Maschine getragen. Dieses Mal war es für uns sehr unangenehm, da die Maschine aufgrund unserer Verspätung schon voll besetzt war. Da wir wieder Plätze vor der Projektionswand hatten und Stephanie und Daniel die Plätze in der Fensterreihe, tauschten wir. So konnte Christian seine Beine gut ausstrecken und trotz der enormen Enge sehr gut sitzen. Der Flug verlief ruhig, der Bordservice war gut, die Aussicht prima. Schier endlose Stunden lang - der Ozean - oder - die Wolken von oben - und dann endlich das Festland bei New York.

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Doch von da an noch 3,5 Stunden an der Küste Amerikas entlang von New York bis Miami. Christian schlief während des langen Fluges oft und weinte auch nur einmal.

Gegen 20.00 Uhr unserer Zeit (MEZ) oder 2:00 PM Ortszeit landeten wir dann endlich bei 26°C auf dem Miami International Airport.

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Von Miami nach Key Largo

Der Transfer aus dem Flugzeug klappte wunderbar. Die Lufthansa hatte alles veranlasst. Wir sind, als alle anderen Passagiere bereits ausgestiegen waren, von dem amerikanischen Betreuungsdienst der United Airlines im Flugzeug abgeholt worden. Christian wurde wieder mit dem Spezialsitz bis zur Ausstiegstür des Flugzeugs getragen. Dort stand auch wieder sein Rolli bereit. Als wir das Flugzeug über den angedockten "Finger" verlassen hatten, blieb auch unsere deutsche Verständigung dort. Ab jetzt ging alles nur noch in englisch.

Aber wir fanden uns zurecht. Das Gepäckband hatte bereits unsere Gepäckmassen freigegeben, wir kamen zügig durch die "US-Immigration" und auch beim Zoll gab es keine Probleme. Irgendwo, am Ende schier unendlicher Flure und Hallen, kam der Ausgang. Dort erwartete uns tatsächlich Anja, von Dolphin aid, wie abgesprochen. Sie überreichte uns eine sehr willkommene  Imbisstasche.

Sie sagte uns, dass wir hinaus vor das Terminal gehen sollten und uns dort einen "Alamo-Bus" anhalten sollten, um damit zum Autoverleih zu fahren. Sie selber konnte uns nicht begleiten, da sie noch auf andere mitgereiste Therapiepatienten mit ihren Angehörigen warten musste.

Wir haben das dann auch versucht und irgendwann geschafft. Das Problem bestand hauptsächlich darin, das wir mit unseren 9 Personen und 40 Gepäckstücken 1 Rolli und 2 Buggys den ganzen Bus alleine brauchten.

Gegen 3:30 PM sind wir dann auch auf dem "Alamo" - Gelände angekommen. Da standen wir dann, in der sengenden Sonne mit unseren "Winter - in- Deutschland - Klamotten". 

Christian weinte. Er hatte es total satt. Jetzt half das Tribandhandy. Nach kurzer Einstellung auf die US-Frequenz wählte es sich im Netz ein und wir konnten Kontakt zu Anja aufnehmen. Sie sagte uns, dass es noch länger dauert, und wir uns inzwischen selbst die Van´s beschaffen sollten. Nun gut, bei uns in Deutschland wäre das wohl kein Problem gewesen, aber......

Wir brauchten trotz "Quecksilver - Reservierung" (Schalter für kurze Abfertigungszeit) fast 2 Stunden. Irgendwann kam dann auch Anja mit den anderen, klärte Details und wir bekamen auch endlich das Auto. Irgendwie half  uns der Zufall mächtig, denn der Van passte geradeso für uns. Kein Zentimeter blieb hinten frei, als alles verladen war. Bei der Abfahrt vom Gelände war es fast dunkel, ca. 6:00 PM. Dann noch ein paar im allgemeinen Stress im Gepäck verschwundene, aber unbedingt benötigte  Unterlagen, die die Ausfahrt aus dem Gelände noch mal bis zum Auffinden derselben verzögerte. 

Jetzt begann die Fahrt im Konvoi durch Miami. Mittlerweile war es dunkel, ca. 110 km noch vor uns, es kam, wie es nicht kommen sollte. Im Millionenstadt Verkehr, den zig-spurigen Highways, bei denen links und rechts auf und ab gefahren wird, dunkle Autos denen wir folgen sollten, rasante Geschwindigkeit und dann ist es passiert, ........falsch abgefahren!

 Die Anderen waren weg und wir allein. Das alles nach 22 Stunden unterwegs und davor nicht geschlafen. Jetzt galt es Ruhe zu bewahren. Das sah Christian ganz anders. Sein Weinen ging in Schreien über.....

Und doch haben wir es geschafft, haben uns durchgefragt, es selber gefunden. Gegen 9:30 PM trafen wir unseren Konvoi, der inzwischen in Key Lago am Publixmarkt (Einkaufscenter) auf uns gewartet hatte, wieder. Von da an noch 1-2 nicht mehr enden wollende Meilen bis zum "Kawama-Tower"  (der Appartementanlage).

An der Einfahrt gab es dann noch das Problem mit dem Parkticket. Es war nur für 6 statt für 16 Tage gebucht worden.  Auch dieses Problem lösten wir. Dann der Parkplatz und der Lift zum Appartement. Zum Glück war fast alles in Ordnung. Noch 2 Mal Transfer für Christian, alles Gepäck hoch und

endlich, nach fast 24 Stunden sind wir - angekommen -.



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Kawama-Tower, doch hier bei Tag