Nov. 2002 - Christian Wach Auf

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Nov. 2002

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Christian

September - November 2002


                                                      
Es sind mehr als 2 Monate vergangen. Also die Kur im Schwarzwald - so etwas hatten ich und meine Eltern, besser meine Eltern und ich, vorher noch nie genutzt. Meine Krankenkasse hatte tatsächlich für meine Eltern und mich die Familienkur genehmigt. Da alles etwas kurzfristig für uns kam, hatten meine Eltern in ganz kurzer Zeit sehr viel vorzubereiten. Denn da musste ein Riesenhaufen an Gepäck mit hingenommen werden. Mein Vati hat dazu einen Dachgepäckträger gekauft und eine riesengroße Dachbox angemietet. Dann kam auch ganz schnell der Tag, an dem wir losgefahren sind. Mal um 11:00 Uhr am 20.09.02 ging es los. Die Fahrt kam mir unendlich lang vor, obwohl meine Eltern keine einzige große Pause gemacht haben. Sie haben sich nur mit dem Fahren kurz abgewechselt und schon ging es weiter. Aber der Stauteufel war überall. Gegen 20:15 kamen wir dann an. Ich war ganz alle vom langen Sitzen im Auto.       
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Am nächsten Tag fand dann die Anfangsuntersuchung statt. Ging gut und schnell vorbei, denn niemand quälte meine Eltern mit Fragen nach all dem, was ich jetzt nicht kann. Ich bekam medizinische Sprudelbäder, Wahrnehmungsförderung  und KG verordnet. Die Therapien waren alle sehr schön für mich. Besonders bei der Wahrnehmungsförderung kümmerte sich Frau Jutta Bauer ganz lieb um mich. Sie führte unter anderem meinen Eltern praktischerweise gleich an mir vor, wie man an einen Arm einen Lagerungs- Streckungsgips anbringt.       
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Beim Sprudelbad ging es immer recht eng zu, aber dann drin war es total entspannend für mich.       
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Ganz besonders gut haben mir die vielen Rolliausfahrten gefallen, die ich dort mit meinen Eltern oder mit meinen Betreuerinnen Petra und Evelyn gemacht habe. In Staufen, so hieß ja der wunderschöne Kurort, haben wir ein Herbstfest erlebt, da haben uns auch unsere besten alten Freunde besucht, bei denen ich im Mai 2000 zuletzt mit meinen Eltern zu Besuch war, aber das war vor dieser, für mich anderen Zeitrechnung.........
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Wir haben während dieser Kur auch den Zoo in Basel besucht. Da waren vielleicht viele Tiere. Bald noch mehr als in Leipzig. - Da war ich früher ein paar mal.
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Die Landschaft im Schwarzwald war wunderschön. Das Wetter hat auch bei fast allen Ausflügen super mitgespielt. Nur als wir in Schaffhausen waren, bei den Rheinfällen, da hat es nur geregnet. Aber ich hatte ja mein gelbes Cape über den Rolli.       
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Die Zeit dort war für mich ganz wichtig, denn ich konnte viele neue Eindrücke sammeln, die mich wieder ein ganzes Stück weiter gebracht haben. Auch für meine Eltern war es schön. Die konnten auch mal etwas ausspannen, abends schwimmen gehen und auch ihre Therapien genießen. Wir haben ganz viele neue, liebe Menschen kennen gelernt, die sich auch heute noch für mich interessieren, an mich denken und mir immer mal was nettes in mein Gästebuch schreiben. Die 3 Wochen gingen viel zu schnell vorbei und es ging wieder heim.       
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Gerne würde ich wieder einmal in das „Haus Münstertal“ in den Schwarzwald zu all den netten Menschen fahren, die immer ein liebes Wort für mich und meine Eltern hatten.       
      
Zu Hause wurden wir ganz lieb von meinen Großeltern und meiner Schwester und Daniel, Ihrem Freund empfangen. Übrigens, Daniel, der ist total in Ordnung. Er kennt mich zwar nur noch kurz von früher, aber er hat schon viel für mich getan. Für mich ist er auch ein besonders guter Freund geworden, der mit hilft, wo er nur kann. Solche guten Menschen wie ihn, gibt es nicht mehr viele für mich seit meinem Unfall damals....       
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Im Oktober 2002 gab es dann noch einen großen Fortschritt für mich. Meine Eltern haben mich noch in ein Krankenhaus nach Gera gebracht. Dort wurde endlich mein Hals wieder in Ordnung gebracht. - Ich brauchte ja seit Januar keine Trachialkanüle mehr, die ich nach meinem Unfall zur Beatmung hatte. – Die Öffnung in meiner Luftröhre wollte aber trotz aller Bemühungen meiner Eltern nicht alleine zuwachsen. Was haben die nicht alles versucht. Waren mit mir bei vielen HNO- Praxen, doch kein Arzt hatte es sich ambulant zugetraut. Irgendwie haben da alle Angst vor mir. Viele denken, ich kippe wegen solcher kleiner Sachen gleich weg. Wenn die wüssten, was ich schon alles durchhalten musste, um wieder bis hier her zu kommen!       
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Na ja, jedenfalls ging das in Gera ganz schnell. 4 Tage insgesamt. Meine Schwester Stephanie war die erste Nacht und den zweiten Tag bei mir. Meine Mutti den Rest der Tage und Nächte. Mein Vati hat mich täglich besucht.       
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Die für mich „kleine“ OP (war es die 9. ?) habe ich gut überstanden und konnte auch schnell wieder nach Hause. Die Fäden hat dann meine HNO-Ärztin daheim gezogen.       
      
Viel Zeit zum Ausruhen blieb mir nicht. Die „große Fahrt“ stand kurz bevor. Mir war schon ganz schön bange davor, und nicht nur mir. Noch niemals waren wir je so weit weggefahren.........       

      
Für Christian im November 2002       
      
(wird fortgesetzt)

      
 
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